HomeInformationTV-BerichteBücher von JensKontaktFacebookBlog


  Blog
  • Jens veröffentlicht unregelmäßig neue Blog-Texte. Alle bisherigen Blog-Texte finden Sie in der Liste aller Blogtexte.
  • Gerne können Sie Jens Ihre Kommentare zu den Blogtexten sowie Vorschläge für weitere Themen zukommen lassen unter info (at) jenssoering.de.
    Alle bisher bei uns eingegangenen Leser-Fragen sowie Jens' Antworten darauf finden Sie unter Kontakt->Flaschenpost.
Wednesday, 30 March 2011
Ich bin ein ganz großer Fan der Journalistin Karin Steinberger von der Süddeutschen Zeitung. Natürlich bin ich nicht der Einzige, der sie für besonders begabt hält. Sie hat unter anderem  Medienpreise für Menschenrechte und für Entwicklungspolitik erhalten. Aber ich bin ihr auch ganz persönlich verbunden: Ihr erster Artikel über meinen Fall "Vergessen hinter Gittern" (2007), ist der beste, der bisher in Deutschland veröffentlicht wurde, und ihr Interview "Lebenslang im Gefängnis" (2011) brachte mir Hunderte neue Unterstützer. Frau Steinberger versteht sich wirklich auf ihr Fach.

Selbstverständlich folgt auf so viel Lob nun Kritik. In ihrem Interview stellte mir Frau Steinberger mehrere Fragen zum Thema "Nelson Mandela", so in die Richtung: Für ihn gab es nach 27 Jahren Haft noch ein neues Leben, gleiches würde auch für mich noch möglich sein, nach 25 Jahren hinter Gittern. Ähnliches höre ich natürlich auch von meinen Freunden in der freien Welt, sowie von den intelligenteren meiner Mitgefangenen. Aber mich ärgern solche Bemerkungen wahnsinnig.

Was ich Frau Steinberger im Interview sagte war: "Aber ich und [Nelson Mandela], die Situationen sind nicht zu vergleichen. Er kam mit 44 ins Gefängnis [was zufällig mein jetziges Alter ist], er hatte davor ein Leben, er war ein fertiger Mensch, er hatte was erreicht [wohingegen ich mit 19 ins Gefängnis kam]. Das wirklich Entscheidende ist [jedoch] die Hoffnung. Die hatte er, ich nicht." Auf diesen letzten Punkt - die Hoffnung, die Nelson Mandela hatte und ich nicht habe - möchte ich in diesem Blogeintrag weiter eingehen.

Erstens, und vielleicht am wichtigsten: Die politische Lage in Südafrika Ende der achtziger/Anfang der neunziger Jahre ist nicht mit der jetzigen Lage in Amerika zu vergleichen. Das sieht man schon an der Art und Weise, in der die U.S.A. "ihre" Schwarzen behandelt im Vergleich zum Apartheid-Regime. In meinem zweiten Buch belege ich, dass die Inhaftierungsrate für Schwarze in Amerika heute höher ist als in Südafrika am Ende des Apartheidregimes. Das glaubt zwar keiner, es ist aber wahr! In den Großstädten Amerikas sind 50 Prozent der schwarzen jungen Männer in Haft, auf Bewährung oder auf Kaution. Ein Drittel aller schwarzen Männer können erwarten, irgendwann in ihrem Leben hinter Gittern zu landen, laut einer Studie des U.S.-Justizministeriums "DOJ" (dem ironischerweise zurzeit ein schwarzer Generalstaatsanwalt vorsteht: Eric Holder). So verrückt wie es auf den ersten Blick scheinen mag: Man könnte wirklich sagen, dass Nelson Mandela es im Burenstaat leichter hatte als in den Vereinigten Staaten im Zeitalter des "Krieges gegen das Verbrechen" ("war on crime").

Aber den offensichtlichen Rassismus Amerikas, der sich im Justizsystem offenbart, meine ich hier gar nicht - oder zumindest meine ich nicht dies allein. Worum es mir geht ist die Stabilität und vor allem die Erneuerungskraft des Machtapparates und der herrschenden Elite. Denn die Hoffnung politisch aktiver Häftlinge wie Mandela und auch mir beruht doch darauf, dass Regierungen, die große Schichten der eigenen Bevölkerung brutal unterdrücken, letztlich gekippt werden können.

Während der letzten zwei Jahrzehnte habe ich mich intensiv damit befasst, wieso und weshalb Unrechtsregime stürzen. Am meisten habe ich mich auf das Römische Reich, die Konföderierten Staaten von Amerika und das Dritte Reich konzentriert. Soweit ich das erkennen kann, zerbrachen diese Regimes wegen demographischen und volkswirtschaftlichen Entwicklungen, die die ungerechten Machtstrukturen schließlich unhaltbar machten. Um es ganz besonders grob und brutal auszudrücken: Es gab am Ende nicht mehr genug Herrenmenschen um all die Sklaven nieder zu halten, und der ganze Apparat der Unterdrückung war nicht mehr zu finanzieren.
   
Diese Einsichten sind natürlich alles andere als originell, Nelson Mandela wusste das in seiner Gefängniszelle auch. Vor allem wusste er, dass die demographischen und volkswirtschaftlichen Trends in Südafrika den Sturz des Apartheidregimes unvermeidbar machten. Es war also nur eine Frage der Zeit.
   
Nun weiß gerade ich, als Gefangener, dass dieser letzte Satz es wirklich in sich hat. Aber als politisch aktiver Häftling weiß ich auch, welch enormen Trost es bedeutet zu wissen, dass der Sieg sicher ist. Verzögert, vielleicht - aber trotzdem, sicher! Um mich noch einmal besonders grob und brutal auszudrücken: Ich beneide Nelson Mandela zutiefst, er hatte es leicht.

Das hört sich schockierend an, ich weiß. Aber wenn Sie vor allem meine zweiten und vierten amerikanischen Bücher gelesen haben, dann wissen Sie, dass ich mich sehr tief ins Thema "amerikanisches Justizsystem" eingearbeitet habe. Zumindest einer meiner Artikel, "Correctional Capitalism in the Land of the Free" (ein Auszug aus meinem vierten Buch - auf der Artikelseite dieser Website), ist sogar unter Experten bekannt und wurde vor drei Jahren tausendfach auf verschiedenen Konferenzen verteilt (STOPMAX in Pennsylvania, International CURE in Washington DC, und Exodus in Virginia). Und ich kann Ihnen versichern: Im Gegensatz zum Apartheidregime, gegen das Nelson Mandela kämpfte, wird das Unrechtssystem der U.S.A., gegen das ich kämpfe, keineswegs in absehbarer Zukunft zerbrechen. Ich glaube nicht, dass der politische Sieg über das amerikanische Regime zu meinen Lebzeiten kommen wird. Denn leider sind die Amis viel schlauer als die doofen Buren in Pretoria.
   
Was sind die zwei Gründe, warum Unrechtssysteme zusammenstürzen? Demographische und wirtschaftliche Entwicklungen, zu wenig Herrenmenschen und nicht genug Knete. Doch das amerikanische System hat beide Gründe effektiv umgangen.
   
Die Südstaatler der Konföderation, sowie die Nazis und die Buren hatten Klassenbarrieren, die undurchlässig waren. In Alabama konnte kein Schwarzer zum Plantageneigentümer und Sklavenhalter aufsteigen, kein Jude oder Slawe durfte Gauleiter werden, und keine schwarze Südafrikanerin durfte einen weißen Großgrundbesitzer oder Goldmineneigentümer heiraten. In all diesen Fällen führt die Starre der Machtstrukturen zu ihrem Sturz, weil die Untermenschen mit der Zeit zahlenmäßig immer überlegener werden (auch bei proportional gleichen Reproduktionsraten). Interessanterweise versuchte die Konföderation am Ende des Bürgerkriegs, schwarze Kampfeinheiten aufzustellen; die Nazis spielten mit dem Gedanken der Wlassow-Armee; und die Buren stellten immer mehr schwarze Bereitschaftspolizisten ein.
   
Ganz anders die U.S.A.: Hier wird die herrschende Klasse nicht über Rasse, sondern über das Geld definiert, die Herrenmenschen sind die Reichen. Weil die Oberschicht sich über das Geld immer neues Blut, neue Mitglieder verschaffen kann, können die Herrenmenschen in Amerika gar nicht zahlenmäßig unterliegen, wie in den konföderierten Staaten, dem Dritten Reich oder der Burenrepublik. Viele der Polizeipräsidenten in Amerikas Großstädten sind Schwarze und selbst in Virginia sind viele Gefängnisdirektoren schwarz - zum Beispiel der Leiter meiner jetzigen Haftanstalt, sowie sein Stellvertreter. In den U.S.A. wird es also in absehbarer Zukunft keine für die Machtstruktur gefährlichen demographischen Veränderungen geben - weil demographische Faktoren einfach belanglos sind. Solange er wohlhabend ist, eine Eliteuniversität besucht und ohne schwarzamerikanischen Akzent sprechen kann, darf ein Schwarzer sogar Präsident werden.
   
In dieser Hinsicht ähnelt Amerika übrigens dem Römischen Reich, das seinen Sturz über Jahrhunderte hinauszögerte, indem es immer mehr nichtitalienischen Ausländern das römische Bürgerrecht gewährte. Die Machtstrukturen der amerikanischen und römischen Reiche waren flexibel.
   
Der zweite Grund, warum Unrechtssysteme stürzen, ist - knapp gefasst - der Staatsbankrott. Irgendwann wird der Sicherheits- und Unterdrückungsapparat so teuer, dass das ganze Regime kollabiert. Aber auch in dieser Hinsicht sind die U.S.A. des 21. Jahrhunderts den Römern, Südstaatlern, Nazis und Buren weit voraus. Genau wie und warum erkläre ich Ihnen in Teil 2 dieses Blogeintrags nächste Woche.
Posted by: BF AT 07:43 am   |  Permalink   |  Email
Wednesday, 23 March 2011
Das Schlimme am Gefängnisleben - jedenfalls für mich - ist, dass man der Melancholie nie entkommen kann.

Den ganzen Tag lang wird man ständig daran erinnert, was man verloren hat und noch verlieren wird. Selbst scheinbar völlig neutrale Dinge oder Erlebnisse haben versteckte Falltüren, durch die man unversehens ins schwarze Loch der Melancholie, Reue und Hoffnungslosigkeit fallen kann.

Zum Beispiel lese ich gerade ein Buch übers Internet, und man würde doch meinen, dass kaum ein Thema weniger emotional ist als Computer. Aber gleich am Anfang dieses Buches steht, dass die erste Website der Welt 1991 von Tim Berners-Lee in der Schweiz ins World Wide Web gestellt wurde. Da denke ich, als Gefangener, sofort: 1991, hm, mal sehen. da war ich bereits fünf Jahre in Haft, und Ende 1991 wurde ich beinahe von einem Mitgefangenen namens Joe Smith, der später an AIDS starb, vergewaltigt! Auf diese Weise erinnern mich schon die ersten paar Sätze dieses Internetbuches, wie absurd lange ich bereits hinter Gittern sitze und wie schrecklich diese Jahre waren.

Als ich vor 25 Jahren an der University of Virginia studierte, belegte ich einen Kurs in der Programmiersprache PASCAL, die es vermutlich gar nicht mehr gibt; der Computerbildschirm war völlig schwarz, statt einem "Desktop" mit "Windows" flackerte nur ein kleiner, rechteckiger, grüner Cursor oben links im großen Dunkel. Musik hörte ich auf meinem Walkman mit Kassetten, das war schon die Höhe der Technik. Zwar gab es Mobiltelefone, aber die waren größer als ein Ziegelstein, mit einem Kabel an ein Aktenkofferradio verbunden und kosteten viele tausend Dollar. Nachrichten an Freunde tippte und verschickte man nicht per Knopfdruck, sondern man schrieb sie mit Füllfederhalter auf Papier und ließ sie von sogenannten "Postboten" verteilen. (Liebe Kinder, "Postboten" waren Männer in putzigen blauen Uniformen, deren Hauptberuf darin bestand, sich von den Hunden in der Nachbarschaft beißen zu lassen, während sie diese sogenannten "Briefe" durch Schlitze an der Haustür schoben. Ja, tatsächlich, so war das damals.)

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, wie sehr sich die Welt verändert hat und wie weit ich zurückgelassen worden bin, dann bekomme ich ein fast körperliches Gefühl, neben mir selber zu stehen - als ob ich gewissermaßen verschoben bin und nicht so ganz in dieses Universum, in diese Zeit hinein passe. Eigentlich gehöre ich doch in eine andere Welt: eine Welt, in der Nena von ihren "99 Luftballons" singt, Kanzler Kohl und Präsident Reagan uns vor den bösen Sowjets schützen und es im Fernsehen ausschließlich ARD, ZDF und WDR zu sehen gibt. Diese Welt verstehe ich noch.

Aber es geht ja noch weiter mit dem Internetbuch, was ich gerade lese, und der dadurch ausgelösten Melancholie. In diesem Buch über Computer wird erklärt, wie man Fotos von Familienmitgliedern auf die eigene Website oder in einen Blog stellt, damit man eine Art Online-Fotoalbum für den Freundes- und Familienkreis zugänglich machen kann. Hm, welche Fotos könnte ich nach etwa 25 Jahren Knast ins Netz hochladen, und wer würde sie sich ansehen? Meine Mutter starb 1997, im selben Jahr, als mein Bruder den Kontakt mit mir abbrach. Mit meinem Vater habe ich seit 2001 keinen Kontakt mehr, und von meinem Onkel höre ich nur in sehr großen Abständen - und dann auch nur indirekt. Ansonsten gibt's niemanden! Also, ein Online-Familienfotoalbum könnte ich gar nicht zusammenstellen, selbst wenn ich das wollte.

Um solchen traurigen Gedanken zu entkommen, lege ich das Internetbuch hin und gehe auf den Sportplatz. Man würde meinen, das sei emotional ungefährlich, nicht wahr? Was kann es schon auf einem Knastsportplatz geben, was die Falltür ins schwarze Loch der Melancholie und der schmerzhaften Erinnerungen öffnet?

Heute Morgen nieselt es wieder, während ich auf dem Sportplatz meine Liegestütze, Klimmzüge, Beugestütze und Bauchübungen mache. Der ganze Himmel ist mit schweren, grauen Wolken bedeckt und einige schwarze Wolkenfetzen treiben bedrohlich vom Südwesten nach Nordosten. Aber an einer Stelle, schräg über dem N-Gebäude, wo die Strafzellen sind, da ist ein Loch in den grauen Wolken, durch das man den hellblauen Himmel darüber sehen kann. Wunderschön ist dieser Flecken Farbe in einer Welt voll grauer Wolken und ebenso grauer Gefängnisgebäude aus Beton, voll matschig-grauer Schneereste, grau-grünem Wintergras und grauer Häftlings-Sweatshirts!

Doch dann treibt der starke Wind die grauen und schwarzen Wolken um das Loch zum hellblauen Himmel. Es verformt sich, wird zerrissen und verdehnt und schließt sich endlich völlig. Das Blau ist weg.
 
Und der Wind treibt weiter und weiter, und es tun sich längliche Risse in den grauen Wolken auf. Sie lassen allerdings keinen Blick auf den schönen hellblauen Himmel zu, sondern gießen schmutzig-gelbes Licht auf den Gefängnis-Sportplatz. Schaurig irgendwie, als ob die Luft voll Schwefel wäre.
   
Nachdem ich meine Übungen gemacht habe, warte ich am Ausgang des Sportplatzes auf die Wächter, bis sie uns aufschließen und uns erlauben, zurück zu den Zellentrakten zu gehen. Über dem Sportplatz kreisen zwei Falken. Der starke Wind scheint ihnen Spaß zu machen, sie scheinen miteinander zu spielen.

Schön ist das natürlich, aber auch furchtbar traurig, denn wir Gefangene denken beim Anblick der Vögel unweigerlich daran, dass wir eben nicht einfach so wegfliegen können. Und weil selbst der einfältigste Knacki merkt, dass dieser Gedanke peinliche Gefühlsduselei ist, ärgern wir uns jedes Mal, wenn wir uns dabei erwischen, wieder einmal den Falken hinterher geträumt zu haben. Dann verfluchen wir die Falken und uns selber und spucken auf die Erde - ich tue es jetzt auch - und der halb-schöne, halb-wehmütige Moment des Beobachtens der Falken ist zerstört.

Das Gefängnis macht eben jede Freude kaputt, selbst die kleinste und unschuldigste, denn die Freude selber - egal, was sie nun auslöst, ob zwei Falken oder ein Brief von der Freundin oder eine Schokoladentafel vom Knastladen - die Freude selber, an sich, erinnert uns Gefangene an all unsere Verluste: die vergangenen, die gegenwärtigen, und die zukünftigen.
   
Genau deshalb lebe ich seit mehr als zehn Jahren wie ein Mönch: Ich höre keinerlei Musik auf meinem Walkman; neun Jahre lang sah ich höchstens eine halbe Stunde Fernsehen pro Tag, im letzten Jahr höchstens eine Stunde; ich lese kaum Unterhaltungsliteratur; und ich gönne mir nur Gesundes, also Thunfisch und Haferflocken, die natürlich am teuersten sind, aber auch zum Überleben notwendig. Ich will keine Freude in meinem Leben, kein kleines bisschen, denn sie tut doch nur weh.

Und die verdammten Falken, die über dem Sportplatz im Wind spielen - die verfangen sich hoffentlich in irgendeinem Gefängnisstacheldraht und verrecken, möglichst langsam, die Scheißbiester! Der Wächter kommt und schließt auf, ich spucke zum Abschied noch einmal auf den Boden, in der Hoffnung, dass die Falken die Geste verstehen, und gehe zurück zum Zellentrakt.

Aber auch dort kann ich der allgegenwärtigen Melancholie nicht entkommen, denn die Falltüren in den inneren Abgrund sind eben überall. Man kann ihnen nicht entkommen. Genau das ist "Gefängnis": die Unmöglichkeit des Entkommens. Und das schlimmste Gefängnis ist jenes in meinem Kopf.
Posted by: BF AT 08:01 am   |  Permalink   |  Email
Wednesday, 16 March 2011
Gelegentlich schreibe ich in diesem Blog über Bücher, die ich für besonders wichtig halte, wie zuletzt Jonathan Simons‘ „Governing through Crime (Blog 19 und Blog 20, Bundeskanzlerin Merkel: „Opferschutz geht vor Täterschutz“). Heute werde ich zwei Bücher besprechen, die ein paar erwähnenswerte Ideen enthalten, welche in Deutschland in Umlauf kommen sollten: Martha Stout, Ph. D., „The Paranoia Switch“, Sarah Crichton Books/Farrar, Straus and Giroux, 2007; und Edward S. Herman und Noam Chomsky, „Manufacturing Consent“, Pantheon, 1988/2002.

Stout ist Psychiaterin und Schriftstellerin, deren letztes Buch, „The Sociopath Next Door“, mir half, meine ehemalige Freundin Elizabeth Haysom besser zu verstehen. In „The Paranoia Switch“ befasst sie sich damit, wie Politiker die Angst vor Terroranschlägen ausnutzen, um ihre Macht zu festigen. Stout geht dieses Thema als Psychiaterin an und bespricht zum Beispiel die Rolle des limbischen Systems im menschlichen Gehirn, was für automatische Flucht-/Kampf-Reaktionen zuständig ist. Das alles behandelt sie relativ oberflächlich und wird den meisten gebildeten Lesern bekannt sein.

Was ich für hilfreicher halte, ist eine Liste von zehn Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die Politiker aufweisen, die Angst instrumentalisieren. Stout nennt solche Politiker „fear brokers“, also in etwa Panikmacher. Sie „verkaufen“ Angst. Aber sie verkaufen auch sich selber mit Hilfe der Angst: „Wählt mich, ich beschütze euch!“ Möglicherweise sind einige dieser Eigenschaften besonders auf die amerikanische Kultur zugeschnitten. Aber ich glaube, das Meiste von dem, was folgt, könnte auch auf Deutschland zutreffen:

1. Panikmacher sprechen von Angst und von gefährlichen Menschen – aber sie tun dies oft indirekt, vermischt mit Lob für die Zuhörer oder sogar mit Humor.
2. Panikmacher begrenzen sich nicht auf Tatsachen, sondern sprechen davon, was passieren könnte, wenn… - oder was beinahe passiert wäre, wenn nicht… In beiden Fällen kann man das Gegenteil nicht beweisen, denn es geht nicht um Tatsachen, sondern um Gedankenspiele, die Angst schüren sollen.
3. Panikmacher sehen gut aus. Das hört sich vielleicht etwas dumm an, bezieht sich aber auf die Marketing-Weisheit, dass man Käufern alles Mögliche andrehen kann, wenn das Modell körperlich attraktiv ist. Im erweiterten Sinne bezieht sich diese Eigenschaft auf Verkaufsmethoden, mit denen man Vertrauen gewinnen kann: Zuhören, Loben, direkter Blickkontakt, zustimmend mit dem Kopf nicken, lächeln, die Anliegen wiederholen, usw.

4. Panikmacher beschuldigen ihre Gegner, unpatriotisch und naiv zu sein – und vermitteln ihren Zuhörern dadurch das Gefühl, sie seien patriotisch und weise.
5. Panikmacher schlüpfen absichtlich in die Rolle der Eltern. Denn gerade in gefährlichen und beängstigenden Situationen sehnt sich jeder Mensch nach jemandem, der stark ist und ihn beschützt – jemanden, dem/der er vollkommen vertrauen kann.
6. Panikmacher manipulieren ihre Zuhörer über Schamgefühle, die mit Sex verbunden sind. Wenn sich die öffentliche Diskussion vom Thema der Terrorgefahr oder der Angst entfernt, lenkt der Panikmacher um auf ein politisches Thema, das mit Sex zu tun hat, weil Sex genau wie Angst mit unseren primitivsten Gefühlen und Trieben zu tun hat. Im Gegensatz zur Angst ist Sex jedoch mit Scham besetzt und deshalb leicht zur Manipulation einsetzbar. – Ich habe die letzten drei Jahrzehnte fast ununterbrochen in den Vereinigten Staaten verbracht und weiß, dass dies auf die amerikanische Kultur zutrifft. Aber ich frage mich, inwieweit dies auf Deutschland zutrifft. Möglicherweise gibt es in Deutschland andere Themen, die sehr stark mit Schamgefühlen besetzt sind und immer dann eingebracht werden, wenn man reflexartige Ablehnungsreaktionen auslösen will?
7. Im scheinbaren Gegensatz zu ihren Appellen an die Angst loben Panikmacher ihre Zuhörer dafür, dass sie moralisch überlegen und heroisch sind. Über diese Schmeicheleien werden die Zuhörer natürlich indirekt daran erinnert, dass sie kräftig Angst haben sollen!
8. Panikmacher vermitteln ein Image der Unfehlbarkeit. Fehler werden nie zugegeben: Auch ohne Massenvernichtungswaffen war der Irakkrieg berechtigt!
9. Panikmacher sind geheimtuerisch und glauben auch, dass andere Menschen gefährliche Geheimnisse haben. Panikmacher führen Dossiers, sammeln Daten, bauen Geheimdienste auf.
10. Panikmacher benutzen Redewendungen, die an unsere primitivsten Gefühle appellieren. Zum Beispiel wird vom Bösen als solches gesprochen, oder von Rache oder Feigheit. Panikmacher benutzen oft die „Wir“-Form, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen und „uns“ von den „Bösen“ abzugrenzen.

Stouts Buch handelt von der amerikanischen Reaktion auf den Terroranschlag des 11. September 2001, sowie der Antikommunistenhetze des U.S.-Senators Joe McCarthy in den 50er Jahren und der Masseninternierung von 120.000 Amerikanern japanischer Abstammung während des zweiten Weltkrieges. Bezeichnenderweise wendet sie das obige Schema nicht auf den „Krieg gegen das Verbrechen“, den sogenannten „war on crime“ an, den Amerika seit Anfang der 70er Jahre gegen die eigene (hauptsächlich schwarze) Unterschicht führt. Aber auch da wurden Stouts zehn Methoden der Panikmacher sehr effektiv eingesetzt, um die Bevölkerung zu manipulieren. Ich bin einer der 2,38 Millionen Gefängnisinsassen, die direkt darunter zu leiden haben.

Über die politische Szene in Deutschland bin ich nur begrenzt informiert, weil mir die Gefängnisbehörde „DOC“ seit Mitte der 90er Jahre verbietet, deutsche Bücher zu kaufen und deutsche Zeitungen oder Magazine zu abonnieren. Glücklicherweise „füttert“ mich mein deutscher Freundeskreis mit Internetausdrucken (rätselhafterweise sind die erlaubt), also bin ich nicht völlig uninformiert. Mir ist also bekannt, dass es gute Zeichen gibt: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere scheint ein standhafter Mann zu sein, der sich im Gegensatz zu seinen amerikanischen Pendants nicht ständig in Panik versetzen lässt. Andererseits sind mir auch schlechte Zeichen bekannt: Dass das Thema „Sicherheitsverwahrung“ zur Stimmungsmache ausgenutzt wird, ist ein Trend der viel gefährlicher ist als die meisten Sicherheitsverwahrten selbst (wobei ich anmerke, dass einige Sicherheitsverwahrte tatsächlich höchst gefährlich sind – aber eben nur einige). Hoffentlich regt der Europäische Gerichtshof nun ein Umdenken in der politischen Klasse Deutschlands an.

Vielleicht ist die Liste der 10 Methoden der Panikmacher aus Martha Stouts Buch eine geistige Waffe, die Sie einsetzen können, um sich selber und letztlich dadurch auch die deutsche Gesellschaft vor amerikanischen Zuständen zu schützen. Eine von ständiger Panik getriebene Gesellschaft wie die USA zerstört sich am Ende selber, wie man in diesen Tage beobachten kann. Und auf dem langen Weg zur Selbstzerstörung werden auch andere, oft Unschuldige zerstört.

Nun bin ich ja einer der Unschuldigen, die von den Panikmachern zerstört worden sind: 25 Jahre meines Lebens sind mir geraubt worden. Mich interessiert also brennend, wie Politiker die zehn oben erklärten Methoden einsetzen, um eine Gesellschaft zu steuern. Mit anderen Worten: Wie funktionieren die Medien?

Aus diesem Grund lese ich viele Bücher über die Medien, wie zum Beispiel das zweite Buch, welches ich in diesem Blogeintrag besprechen möchte: Hermans und Chomskys „Manufacturing Consent“. Dieses Werk ist zwar ein wenig überholt, aber es ist auch als Klassiker der Medienwissenschaft anerkannt.

Die Hauptthese der beiden Autoren ist, dass die angeblich freien Medien der westlichen Welt tatsächlich wie die Propagandamaschinen totalitärer Gesellschaften funktionieren: Es werden nur ganz bestimmte Nachrichten erlaubt. Und diese müssen dann noch auf ganz bestimmte Weise präsentiert werden. Die Leser und Zuschauer bekommen also eine sehr einseitige und begrenzte Berichterstattung. Und auf diese Weise gelingt es Politikern, die Zustimmung („consent“) ihrer Wähler herzustellen („manufacturing“).

Das geniale dabei ist, dass die Propagandamaschine der angeblich freien westlichen Medienindustrie nicht zentral gesteuert wird, von irgendeinem Propagandaamt. Nein, die westlichen Medien zensieren und manipulieren selbst – ohne direkte Anweisungen! Dabei setzen sie fünf Filter ein:

1. Die Größe, der Besitz und die Profitorientierung der Massenmedien
Um richtigen und wichtigen Einfluss zu haben, müssen Zeitungen und Fernsehsender möglichst groß sein - möglichst viele Leser und Zuschauer gewinnen. Das bedeutet, dass diese Zeitungen und Fernsehkanäle auch große Firmen sind, und, wie alle großen Firmen, ein Teil der allgemeinen, strikt an Profiten orientierten Unternehmenskultur. Als erfolgreiche Profitzentren werden Medienfirmen natürlich von Mitgliedern der oberen Gesellschaftsschicht kontrolliert. Von Menschen, die hauptsächlich an wirtschaftlicher Stabilität und Wachstum interessiert sind. Weil die Elite eng vernetzt ist, entstehen wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der Medienindustrie und anderen Industrien, die eigentlich von den Medien kritisch überwacht werden sollten. Auch muss die Medienindustrie ganz einfach von der Größe her eng mit der Regierung zusammenarbeiten, um möglichst vorteilhafte Steuergesetze und betriebswirtschaftliche Regeln auszuhandeln. Dort bilden sich dann ebenso Verflechtungen und Beziehungen.

2. Die Macht der Werbung
Die tatsächlichen Kunden der Medienindustrie sind nicht die Leser und Zuschauer, sondern jene Firmen, die in den Zeitungen und im Fernsehen für ihre Produkte Reklame machen. Weil der Kunde König ist, werden letztlich nur solche Artikel und Sendungen gebracht, die den Verkauf beispielsweise von Waschmitteln usw. steigern.

3. Die Quellen der Nachrichten
Die Medienindustrie wird aus wirtschaftlichen und politischen Gründen in eine geradezu symbiotische Beziehung mit „offiziellen“ Quellen von Nachrichten, wie z. B. Pressesprechern und Publicity-Abteilungen, hineingezogen. Jede Zeitung und jedes Fernsehnachrichtenjournal braucht regelmäßige, verlässliche und glaubhafte Informationsquellen, um die Seiten und Sendeminuten zu füllen. Mit richtigem investigativem Journalismus ließe sich das aus Kostengründen nicht machen, also gehen Redaktionen Beziehungen ein mit den Presseabteilungen der verschiedenen Regierungsämter und Großfirmen. Diese Presseabteilungen arbeiten natürlich nur mit solchen Reportern zusammen, die die Nachrichten im Interesse der Presseabteilungen präsentieren. Dazu kommt noch der Bedarf an „Experten“, die die Nachrichten mit Autorität kommentieren können. Diese „Experten“ werden üblicherweise von sogenannten „think-tanks“ gestellt. Das sind Stiftungen, die von politischen Parteien oder Wirtschaftsverbänden finanziert werden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

4. Medienkritik
Einige dieser „think-tank“-Stiftungen haben sich u. a. darauf spezialisiert, die wenigen Journalisten, die sich nicht ins „System“ einfügen, sofort und heftig unter Beschuss zu nehmen. In Amerika sind Stiftungen dieser Art fast ausschließlich konservativ, tragen aber wohlklingende, neutrale Namen wie „Media Institute“ und „Accuracy in Media“.

5. Antikommunismus als Kontrollmechanismus
Herman und Chomsky schrieben ihr Buch während des Kalten Krieges, als alle Systemkritiker sofort als Kommunisten angeschwärzt wurden. Die gleiche Kontrollmethode gab es, glaube ich, auch in Deutschland: „Wenn es dir hier nicht passt, geh’ doch in die DDR, das Arbeiterparadies!“ Heute gibt es den Kommunismus leider nicht mehr, dafür aber gottlob den Terrorismus und Islamismus! Wer sich öffentlich gegen irgendein Datensammlungsgesetz oder den Ausbau der Geheimdienste stellt, ist natürlich ein Helfershelfer von al-Quaida.

Laut Herman und Chomsky läuft jede Nachrichtenmeldung durch diese fünf Filter. Und was dabei herauskommt, ist effektive Propaganda – obwohl es gar kein zentrales Propagandaministerium gibt und auch nicht zu geben braucht. Man merkt dies besonders, wenn man beobachtet, wer ein „würdiges Opfer“ ist, und wer ein „unwürdiges“.

Zum Beispiel: Ein Mädchen, das von den afghanischen Taliban verstümmelt wurde, kommt aufs Titelblatt des „Time“-Magazins, wie vor etwa einem Jahr. Sie ist ein „würdiges Opfer“. Aber die mehr als hunderttausend Zivilisten, die im Irakkrieg starben? Sie sind „unwürdige Opfer“, weswegen der U.S. Army sogar befohlen wurde, die irakischen Opfer gar nicht erst zu zählen. (Alle Schätzungen über Opferzahlen kommen von der irakischen Regierung, und der braucht man glücklicherweise nicht zu glauben.)

Oder ein Beispiel, was mich eher interessiert, aus dem „Krieg gegen das Verbrechen“ / „war on crime“: Die weiße Oma, deren Handtasche geklaut wird, ist ein „würdiges Opfer“. Aber das schwarze Ghettokind, das praktisch gar keine andere Wahl hatte, als Dieb zu werden – das ist ein „unwürdiges Opfer“.

Dieselben Medienfilter, dieselbe Aufteilung in „würdige“ und „unwürdige“ Opfer gibt es natürlich auch in Deutschland. Aber ich glaube, ich habe einen interessanten und möglicherweise wichtigen Unterschied entdeckt.

In Amerika „erlauben“ die Medienfilter öffentlichen Panikmachern freien Lauf, scheinen sie sogar zu bevorzugen. Aus meinem sehr begrenzten Wissen von der deutschen Medienlandschaft habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass Panikmacherei in Deutschland relativ selten durch die Medienfilter durchkommt. Wenn das stimmt, würde mich das sehr freuen – aber es würde auch sehr wichtige Fragen aufwerfen.

Vorausgesetzt, die Medienindustrie wird von wirtschaftlichen Interessen kontrolliert: Wieso ist Panikmacherei im wirtschaftlichen Interesse der amerikanischen Elite? Und wieso ist Panikmacherei anscheinend nicht im wirtschaftlichen Interesse der deutschen Elite?
Posted by: PI AT 06:25 am   |  Permalink   |  Email
Wednesday, 09 March 2011
"Was schreibst du heute?" fragt mich der Fliegende Holländer, ein weißer Häftling Ende Fünfzig, der sein ganzes Leben im Knast verbracht hat.

"Einen Blogeintrag über Geisteskrankheit im Gefängnis. Paradebeispiel unser Arthur“" antworte ich ihm (s. meinen letzten Blogeintrag). "In dem habe ich davon geschrieben, dass ich während der vergangenen 25 Jahre keinen einzigen Insassen getroffen habe, der als Kind nicht sexuell oder körperlich misshandelt wurde."

Der Fliegende Holländer grunzt, setzt sich zu mir an den Tisch im Gemeinschaftssaal, schaut links, schaut rechts, und sagt: "Ähm, du hast immer noch keinen getroffen?" --- "Du auch?"

"Hm, also, meine Mutter, die war Alkoholikerin, da war so was …". Der Fliegende Holländer sagt nichts, was bei ihm ziemlich selten ist. Dann wechselt er das Thema: "Über Geisteskrankheit im Gefängnis schreibst Du heute, ja? Mensch du, da kann ich dir ein paar interessante Geschichten erzählen. Willst du die hören?"

Natürlich! Denn der Fliegende Holländer hat einen ungewöhnlichen und interessanten Job: Wann immer im Gefängnis irgendwo Körperflüssigkeiten hinterlassen werden, muss er anrücken und sie mit besonderen Chemikalien entfernen. Denn 39% aller Häftlinge haben Hepatitis C, eine Leberkrankheit, die letztlich zum Tod führt. Und zwischen 2% und 8% haben HIV/AIDS (warum die Dunkelziffer bei HIV/AIDS so hoch ist, erkläre ich in meinen Büchern, besonders in „The Church of the second Chance“, Kapitel 2). Deshalb müssen Blut, Kot, Urin, Speichel usw. als hochgefährliche Substanzen behandelt werden. Der Fliegende Holländer trägt sogar einen Schutzanzug aus Plastik, wenn er mal wieder sauber machen muss – was fast täglich passiert.

In meinem gegenwärtigen Gefängnis gibt es fünf Wohngebäude mit zusammen 1.100 Insassen. Vier davon sind "normale" Wohngebäude. Dort wohnen z. B. der Fliegende Holländer und ich. Das fünfte Wohngebäude besteht aus Strafzellen und zwei Abteilen für die besonders schwer geisteskranken Häftlinge wie Arthur. Etwa die Hälfte der Zwischenfälle, die zu Reinigungseinsätzen des Fliegenden Holländers führen, finden in den vier "normalen" Wohngebäuden statt, die andere Hälfte in dem einen Wohngebäude für die Verrückten und die Gefangenen, die Regelverstöße begangen haben. Dieses Gebäude nennen wir alle – Wächter und Insassen – den "Knast".

Gelegentlich muss der Fliegende Holländer sauber machen, wenn irgendein Knacki krepiert. Zum Beispiel der Frank: Vor Jahrzehnten war er Mitglied der "Hell’s Angels", dann hat er ein paar Jahrzehnte hinter Gittern verbracht, zuletzt bekam er Darmkrebs. Für so eine Kleinigkeit kommt man weder ins Krankenhaus, noch wird man entlassen. Eines Tages setzte sich Frank aufs Klo um zu kacken und verblutete dort - auf dem Klo. Er kackte sich zu Tode. Und der Fliegende Holländer machte das sauber.

So etwas passiert natürlich ziemlich selten. Was öfter vorkommt, sind Kämpfe zwischen Insassen. Wenn dabei Waffen eingesetzt werden, kann das Blut schon mal bis zur Decke hoch spritzen. Manchmal kacken Insassen auch in die Duschen, denn selbst in den "normalen" Wohngebäuden sind 20% der Häftlinge geisteskrank. Und vor einigen Monaten musste der Fliegende Holländer einen Samenerguss im Büro einer Sachbearbeiterin beseitigen.

Sachbearbeiterinnen überprüfen jährlich die Sicherheitsstufe "ihrer" Insassen, machen den Papierkram für Verlegungen in andere Gefängnisse, beobachten die Gottesdienste der vielen verschiedenen Konfessionen, und noch so einiges andere unnütze Zeug. Vor 20 Jahren waren sie so eine Art Sozialarbeiterinnen, aber als das Gefängnissystem Mitte der Neunziger Jahre offiziell von Resozialisierung auf Strafe umgestellt wurde, wurden die Aufgaben einer Sozialarbeiterin abgeschafft. Die Arbeitsplätze wurden natürlich nicht abgeschafft, also sitzen die Sachbearbeiterinnen in ihren kleinen Knastbüros und füllen Fragebögen aus.

Während eine dieser "Damen" sich über irgendwelchen Papierkram beugte, onanierte der Häftling kräftig drauflos. Schließlich merkte sie das, schrie los, aber es war zu spät. Der Fliegende Holländer musste kommen und die DNS vom Schreibtisch wischen.

Dieser Zwischenfall war insofern ungewöhnlich, weil die Sachbearbeiterin aufschrie. Sie muss neu gewesen sein. Wer meine Bücher gelesen hat, der weiß, dass viele Wächterinnen sogenannte "Schießer" - also Gefangene, die onanieren während die Wächterinnen zuschauen - nicht nur dulden, sondern sie geradezu ermutigen. Dieser Kerl, der die Sachbearbeiterin an- bzw. abschoss, hatte also wirklich Pech, der Arme.

Nebenbei: Die "Schießer" sind nicht in den 20% der Gefangenen inbegriffen, die offiziell als geisteskrank anerkannt sind. Öffentliches Onanieren ist einfach Teil des Knastalltags, es ist normal. Mit solchem Kleinkram gibt sich auch der Fliegende Holländer üblicherweise nicht ab.

Der interessante Teil seines Jobs befindet sich sowieso im fünften Wohngebäude, jenes mit den Strafzellen und den zwei Abteilen für besonders schwer Geisteskranke. Einer seiner besten "Kunden" im Verrücktenabteil war zum Beispiel der Harvey. Als der Fliegende Holländer zu Harveys Zelle gerufen wurde, fand er dort zwei tote Vögel, zwei tote Mäuse und den Körper einer schwarzen Schlange. Der Kopf der schwarzen Schlange war in einem Plastikbehälter mit Urin und mehreren kleinen Radiobatterien. Diese Mixtur goss Harvey in die Eismaschine, aus der alle Insassen im Abteil in der schrecklichen Sommerhitze Virginias ihr Eis holen.

Natürlich wurde Harvey dafür bestraft; das bedeutet, er wurde nach einer Anhörung ins Strafabteil verlegt. Viele schwer geisteskranke Häftlinge enden dort. Oder in den berüchtigten "Supermax"-Gefängnissen. In manchen US-Bundesstaaten sind kriminologische Studien angefertigt worden, denen zufolge bis zu 50% der Insassen von Strafabteilen ("segregation units") und/oder "Supermax"-Anstalten geisteskrank sind. Selbst halbwegs "normale" Gefangene drehen dort bald durch, weil sie 23 Stunden am Tag völlig isoliert in Einzelzellen sitzen, ohne irgendetwas zu tun oder mit irgendjemandem sprechen zu können.

Auch ich habe einmal sechs Wochen in einem Strafabteil verbracht. Ich schrieb davon in meinem Buch "Ein Tag im Leben des 179212". Und ich verbrachte elf Monate im besonders berüchtigten "Supermax" Wallens Ridge, wo ich mit einer Gummikugel angeschossen wurde. Ein ganzes Kapitel in "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet", handelt davon. (Nebenbei: In beiden Fällen hatte das nichts mit irgendwelchen Regelverstößen meinerseits zu tun. Ich habe keinen einzigen Regelverstoß in meiner Knastakte). Jedenfalls kenne ich mich mit Strafabteilen und "Supermax" bestens aus.

Der Fliegende Holländer muss immer wieder ins Strafabteil, um dort Kacke wegzuwischen. Einige Insassen beschmieren die Zellenwände, andere beschmieren sich selbst. Und einige essen ihre Scheiße sogar. Dann wird die Einsatztruppe "tac team" gerufen: Die kommen mit Schlagstöcken und Helmen und großen, durchsichtigen Plastik-Schilden, an denen Elektrostreifen befestigt sind, die den Insassen schwere elektrische Schocks versetzen. Danach kommen die Häftlinge in eine besondere Zelle, wo sie an ein Bett festgebunden werden. Was den Fliegenden Holländer einmal besonders beeindruckt hat: Einer der Verrückten hatte es geschafft, sich selber an den Hintern zu greifen während er festgebunden war, eine neue Wurst herauszuholen, und diese zumindest auf den Fußboden zu werfen. Und da behaupte noch jemand, die Wahnsinnigen seien nicht erfinderisch und intelligent – auf ihre eigene Weise sind sie es!

Der Lieblingskalauer des Fliegenden Holländers und der Wächter handelt allerdings von einem anderen Gefangenen. Der hat mit seiner Scheiße an die Wand geschrieben: "Fuck God, Fuck Bush (der war damals Präsident), Fuck the warden", also: Fick den Gefängnisleiter. Selbst die Wächter fanden letztes prima!

Der Harvey hingegen hat nichts geschrieben. Er hat mit seiner Kacke bloß ein riesiges Smiley :-) an die Wand seiner Strafzelle gemalt.

Dafür wurde er mit einer Verlegung ins "Supermax" Wallens Ridge bestraft. Dort wurde er dann von seinem Zellenmitbewohner Robert Gleason Jr. ermordet, und zwar am 8. Mai 2009. Denn im Wallens-Ridge-Gefängnis steckte man den Harvey Gray Watson Jr. in ein Abteil mit Doppelzellen – geniale Idee, nicht wahr?

Wer mir das nicht glaubt, der recherchiere im Internet. Bei der Associated Press erschien ein Artikel dazu: "Inmate: Give me death penalty or I’ll kill again." Das Datum habe ich nicht, aber der Zeitungsartikel liegt vor mir, während ich diesen Blogeintrag schreibe, weil der Fliegende Holländer ihn aufbewahrt hat.

Denn er kannte ja den Harvey. Der Harvey war ein Mensch in seinen Augen. Klar, ein Verrückter – das mit dem Schlangenkopf und dem Urin in der Eismaschine, das war schon ein bisschen happig. Aber der Harvey war trotzdem ein Mensch.

Selbst der fliegende Holländer kapiert das.
Posted by: PI AT 07:43 am   |  Permalink   |  Email
Wednesday, 02 March 2011
Während ich diese Zeilen schreibe, ist Arthur gerade wieder mal dabei, seine Ehefrau zu ermorden. "Du verdammte Hure" brüllt er. "Wie oft muss ich es dir noch sagen? Hör’ auf, all diese anderen Männer zu ficken!" Dann kracht es ganz schrecklich in Arthurs Zelle, wahrscheinlich wirft er seinen Stuhl an die Wand, das tut er oft. "Du Scheißstück! Wenn du mir nicht gehorchst, kriegste welche gewatscht." Darauf folgt ein besonders lautes Klatschen: Arthur nimmt einen Duschschlauch und schlägt damit auf den kleinen Metallschrank. Das rumst so richtig schön.

Das ganze Spektakel dauert nicht lange, vielleicht drei bis vier Minuten. Ein- bis dreimal täglich findet es statt, immer nach demselben Schema. Die anderen 60 Mann in diesem Abteil haben sich längst daran gewöhnt. Was war das Geräusch da eben? Ach so, das war nur der Arthur wieder.

Vor 20 bis 30 Jahren hat Arthur tatsächlich seine Frau umgebracht. Wann genau, konnte ich aber nicht herausfinden. Wenn er seine Zelle verlässt, ist Arthur nämlich ganz extrem schüchtern, scheint schreckliche Angst zu haben, und ist kaum ansprechbar. Mit einer Ausnahme: Vorgestern wünschte er mir plötzlich "Frohes Neujahr". Allerdings war es der 25. Januar. In der Schlange im Speisesaal stellt sich Arthur bei fast jeder Mahlzeit in die Ecke und kommt nicht heraus, bis der letzte Mann seinen Teller erhalten hat. Erst dann ist er sich sicher. Erst dann wagt er sich vor, um auch seinen Teller zu nehmen.

Im Wohnabteil läuft Arthur überall in geduckter Haltung herum – und damit meine ich nicht ein bisschen  gebeugt, sondern so extrem geduckt, dass er aussieht, als ob er ständig einen Diener macht. Er kann anderen Menschen gar nicht in die Augen sehen, weil er im wahrsten Sinne des Wortes immer auf den Boden blickt bzw. blicken muss. Als er mir vorgestern "Frohes Neujahr" wünschte, musste er seinen Kopf dafür halb drehen und sah mich schräg von unten an. Aber nur ganz, ganz kurz – dann richtete er seinen Blick sofort wieder auf den Boden und lief zurück zu seiner Ecke.

Auch im Gemeinschaftssaal hat Arthur eine Ecke. Dort sitzt er alleine und spielt Karten mit sich selber. Wir anderen gehen einfach an ihm vorbei, als ob er nicht da wäre. In gewisser Weise ist Arthur also selber so unsichtbar geworden wie seine unsichtbare Frau, die er ein- bis dreimal täglich ermordet.

Üblicherweise lebt man als "normaler" Häftling nicht im gleichen Wohnabteil mit Gefangenen wie Arthur, die schwer geistig gestört sind. Wer mein Buch "Ein Tag im Leben des 179212" (Gütersloher Verlagshaus, 2008) gelesen hat, der weiß, dass es in meinem vorherigen Gefängnis, dem Brunswick Corr. Ctr., ein ganzes Gebäude gab für solche Menschen. In meinem gegenwärtigen Gefängnis, dem Buckingham Corr. Ctr., gibt es zwar kein besonderes Gebäude, aber zumindest zwei separate Wohnabteile für Geisteskranke. Ich habe also Menschen wie Arthur bisher eigentlich nur auf den Sportplätzen verschiedener Haftanstalten gesehen und sie in Einzelfällen ein wenig dort kennengelernt.

Aber vor zwei Monaten wurde beschlossen, die Duschen in den beiden Wohnabteilen der Geisteskranken zu renovieren. Also wurden die "Verrückten" auf all die anderen "normalen" Wohnabteile verteilt, während die Klempner und Maurer an den Duschen herumwerkelten. Natürlich hat diese Verlegung der Geisteskranken sofort zu Konflikten in den anderen Wohnabteilen geführt, weil den Wahnsinnigen Einzelzellen zugewiesen wurden, und andere "normale" Gefangene plötzlich umziehen mussten, um für die vielen "Arthurs" Platz zu machen. Außerdem sind die "Verrückten" unbeliebt, weil einige, wie Arthur, viel Lärm machen, andere sich nur selten duschen, und so weiter und so fort. Niemand war (und ist) darüber besonders glücklich, aber zumindest hatten (und haben) wir alle nun die Gelegenheit, Menschen wie Arthur aus allernächster Nähe zu betrachten. Kein schöner Anblick!

Dabei muss man natürlich bedenken, dass es auch unter "normalen" Gefangenen sehr viele Geisteskranke gibt. Das Statistikamt des US-Bundesjustizministeriums hat festgestellt, das 20% aller Häftlinge ganz offiziell geisteskrank sind. Die Dunkelziffer der nicht-offiziell anerkannten Wahnsinnigen ist mindestens weitere 10%. Also kann man mit einiger Zuversicht sagen, dass ein Drittel der 2,38 Millionen Insassen amerikanischer Haftanstalten psychisch gestört ist. Natürlich sind nicht alle so verrückt wie Arthur, aber immerhin.

Ein interessanter kleiner Fakt: Die beiden größten psychiatrischen Anstalten der Vereinigten Staaten sind nicht Krankenhäuser oder Sanatorien, sondern... die U-Haftanstalten von New York (Rikers Island) und Los Angeles (L.A. County Jail)!

In Amerika ist Geisteskrankheit kein medizinisches Problem, sondern ein Verbrechen. Verrückte gehören hinter Gitter, nicht ins Krankenhaus. Denn sie sind ja gefährlich.

Leider ist das keine überzogene Behauptung meinerseits. In den USA ist dieses Problem weit bekannt. Es gibt viele einschlägige Sachbücher darüber und natürlich alle möglichen Kommissionen. Selbst die Strafvollzugsministerien (Departments of Correction) beklagen sich darüber. Natürlich nicht, weil sie die Geisteskranken in Krankenhäuser verlegen wollen, sondern weil die Strafvollzugsministerien mehr Geld möchten.
Denn darum geht es hier letztlich.

Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre kamen Politiker der Demokratischen Partei auf die geniale Idee, dass die riesengroßen, altmodischen psychiatrischen Krankenhäuser geschlossen werden müssten. Dort würde den geistig kranken Patienten ohne jeden Grund ihre Freiheit genommen, denn mit modernen Psychopharmaka könnten die Geisteskranken problemlos ambulant behandelt und in die allgemeine Gesellschaft integriert werden.

Ein schöner, aber dummer Traum! Die Republikaner machten beim Abbau der psychiatrischen Krankenhäuser mit, weil dadurch Geld gespart und somit Steuern gesenkt werden konnten. Natürlich hat man die kleinen, dezentralisierten Kliniken, wo die Geisteskranken jeden Tag ihre Psychopharmaka abholen sollten, nie gebaut und finanziert. Die Wahnsinnigen wurden einfach auf die Straße geworfen.

Dort wurden die Allermeisten natürlich straffällig. Nun waren sie nicht mehr Patienten, sondern Verbrecher. Und Verbrecher werden in Amerika gnadenlos bestraft.

In meinem gegenwärtigen Gefängnis ist mir nicht erlaubt, meine eigenen Bücher zu haben. Anscheinend sind die gefährlich – was auch stimmt, und darauf bin ich sogar stolz. Und deshalb kann ich leider nicht für diesen Blogeintrag nachschlagen, was die genauen Zahlen sind. In meinem Buch "The Church of the Second Chance" (Lantern Books, 2008) finden Sie die Informationen. Wenn ich mich recht erinnere, ist es Soziologen gelungen, genau nachzuweisen, dass es heutzutage rund 2 Millionen Patienten in psychiatrischen Krankenhäusern geben müsste, wenn man sie nicht alle geschlossen hätte. Und wo sind diese 2 Millionen, wenn nicht in Krankenhäusern? Rund 500.000 sind in U-Haftanstalten und Gefängnissen. Die anderen 1,5 Millionen obdachlos. – Wie gesagt, es sind geschätzte Zahlen, da ich sie nicht nachschlagen kann.

Oben schrieb ich, dass es bei diesem Problemkomplex ums Geld geht, und das stimmt auch. Doch das wirklich Verrückte – noch viel verrückter als Arthur! – ist, dass es natürlich viel billiger wäre, all die Geisteskranken wie ursprünglich geplant in kleinen, dezentralisierten psychiatrischen Kliniken ambulant zu behandeln. Gefängnisse sind viel, viel teurer als kleine Kliniken oder selbst die altmodischen, riesengroßen psychiatrischen Krankenhäuser.

Aber um die tatsächlichen Kosten für die Steuerzahler geht es hier nicht. Was wirklich wichtig ist, ist wer an den Geisteskranken gut verdienen kann. Und das sind die Strafvollzugsministerien und die Gewerkschaften der Gefängniswächter! 500.000 psychisch gestörte Häftlinge sichern die Arbeitsplätze von 150.000 bis 200.000 Wächtern, Knastbürokraten, Krankenschwestern, Ärzten und Psychiatern, die alle Gefahrenzulagen erhalten, weil sie ja mit den besonders gefährlichen "verrückten" Gefangenen arbeiten. Vor allem in ländlichen Gegenden sind Jobs im Strafvollzug hoch begehrt!

Natürlich wollen diese hunderttausenden, rechtschaffenen Bürger, die mit den Geisteskranken ihren Lebensunterhalt verdienen, „ihr“ Mastvieh nicht so leicht herausrücken. Um Gottes Willen, die sind doch gefährlich!

Und dann greift auch sofort wieder das "governing through crime" - Schema, das ich in den Blogeinträgen B19 und B20 ("Bundeskanzlerin Angela Merkel – Opferschutz geht vor Täterschutz", Teil 1 und Teil 2) besprochen habe. Mit der Angst vor der Kriminalität lässt sich fast alles rechtfertigen, und vor allem kann man mit der Panikmache wunderbar Geld verdienen.

Lustigerweise kann man das gerade in diesen Tagen an meinem vorherigen Gefängnis, dem oben erwähnten Brunswick Corr. Ctr., beobachten. Dieser Knast wurde im September 2009 aus Kostengründen geschlossen, weil er so altmodisch war, und ich wurde ins Buckingham Corr. Ctr. verlegt. Doch nun gibt es eine große Kampagne des Wahlkreises Brunswick, die alte Haftanstalt wieder zu eröffnen – als psychiatrische Klinik für Sicherheitsverwahrte, die nicht mehr im Gefängnis behaust werden dürfen (weil ihre Haftstrafe beendet ist), jedoch auch nicht entlassen werden sollen. Nun werden diese Menschen in meinen alten Knast gesteckt, der jetzt aber plötzlich "Klinik" genannt werden soll. Das bringt dem Wahlkreis Brunswick mehrere hundert Arbeitsplätze.

Übrigens gibt es in Virginia (einem Bundesstaat mit 8 Millionen Einwohnern) fast genauso viele Sicherheitsverwahrte wie in Deutschland (einem Land mit 80 Millionen Einwohnern), Tendenz stark steigend. Denn an Sicherheitsverwahrten lässt sich prima verdienen, genau wie an Geisteskranken. Und gerechtfertigt wird das mit der "governing through crime" - Panikmache.

Wer leidet darunter? Die Steuerzahler, natürlich. Aber auch die hunderttausenden "Arthurs". Der Arthur in meinem Abteil ist gerade mit dem Abfalleimer im Gemeinschaftssaal beschäftigt. Dort sucht er sich gebrauchte Papierhandtücher heraus. In seiner Zelle trocknet er diese gebrauchten Papierhandtücher und benutzt sie wieder. Wofür? Ich habe da so eine Theorie: Vielleicht benutzt Arthur die gebrauchten, getrockneten Papierhandtücher, um das unsichtbare Blut seiner unsichtbaren Frau aufzuwischen, nachdem er sie wieder einmal ermordet hat.

Hm, da muss ich ihn mal fragen! Auch Ihnen wünschen wir, der Arthur und ich, ein "Frohes Neujahr!"
Posted by: PI AT 04:42 am   |  Permalink   |  Email

11-minütiger Ausschnitt aus dem ZDFzoom-Beitrag

Keine Gnade für Häftling 179212?
ZDFzoom, 29. Juni 2013

Die Szenen mit den Aussagen der ehemaligen stellv. Generalstaatsanwältin von Virginia Gail Marshall und dem ehemaligen Ermitler Major Ricky Gardner im Original auf youtube.com

Den ganzen Beitrag finden Sie auf TV-Berichte



 Hier finden Sie eine
Übersicht
zu Jens' Geschichte.
 

Mit dem Newsletter bleiben Sie über Neuigkeiten informiert
Neue Web-Beiträge 

23. Oktober:
Jens' Antrag auf Entlassung auf Bewährung wird zum zehnten Mal abgelehnt
6. Oktober:

Ex-Gouverneur von Virginia schuldig, Politik
3. Oktober:
We Need More Innocence Commissions, Prozess
24. Juni:
Verurteilte werden einfach vergessen, Prozess

Study: 1 in 25 sentenced to death may be innocent, Prozess
Appeals court: Change to innocence statute makes little difference, Prozess

15. Juni:
Häftling 179212, Artikel
Ich würde es noch einmal tun, ich schicke niemanden zum Henker, Artikel

1. November:
Sandy Hausman Series, Artikel

 

    Site Powered By
        Streamwerx - Site Builder Pro
        Online web site design